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Stretching: Ist Dehnen sinnvoll oder nicht?

Kaum ein Thema ist in der Sportwissenschaft so umstritten wie das Dehnen.
Die Leistungsfähigkeit steigt, Verletzungen werden vorgebeugt und Muskelverkürzungen entgegengewirkt – so argumentierte man in Sportlerkreisen und somit war Dehnen bei den meisten Sportlern fester Bestandteil jeder Trainingseinheit. Aber wann ist Dehnen sinnvoll, wann nicht und was kann es bewirken? Point of Power klärt euch auf.

„Laut sportwissenschaftlicher Studien macht es bei gesunden Menschen keinen Unterschied, ob sie dehnen oder nicht“, sagt Christiane Wilke von der Deutschen Sporthochschule Köln. Gegen Muskelkater helfe Dehnen nicht, und es schütze auch nicht vor Verletzungen. Aber Achtung: Bei bestimmten Sportarten ist es dagegen notwendig und trägt in vielen Situationen auch zur Entspannung bei. Wann und wie Dehnen sinnvoll ist, hängt von der Sportart und den eigenen Zielen ab.
Gestresste haben zum Beispiel häufig eine starke Muskelspannung, die sich dann abbauen lässt. „Der Entspannungszustand von verspannter Muskulatur wird erhöht“, bestätigt Elfi Datier ebenfalls von der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Fitnessspezialistin weist damit auf einen weiteren Effekt des Dehnens hin: Man fühlt sich danach wohler. Dehnen dient in diesem Sinne nach dem Training auch dem „Runterkommen“.
Unterschieden wird grundsätzlich zwischen zwei Arten: dem statischen und dem dynamischen Dehntraining.
Bei der statischen Variante hält man eine Dehnposition eine längere Zeit. Oft mehr als 15-30 Sekunden. Beim dynamischen Dehnen gilt dagegen: kurz halten, Position verlassen, wieder halten – und das mehrmals hintereinander. Das Wippen hat nach dem Training allerdings einen Vorteil: Es transportiert Stoffwechselprodukte schneller ab und beschleunigt die Regeneration.“Indirekt können eine dehnfähige Muskulatur und ein besseres Körpergefühl einen gewissen Schutz darstellen“, sagt die Sportwissenschaftlerin Wilke. „Eine direkte Verletzungsprophylaxe konnten Studien aber bisher nicht nachweisen.“

Beispiel:
Bei einem Sprint-Wettkampf machen dynamische Dehnübungen mit leichtem Federn Sinn. Sie erhöhen den Muskeltonus und aktivieren Ihre Muskeln. So kommen man schneller aus dem Startblock. Aber auch daraus ergibt sich kein erhöhter Verletzungsschutz.
Statische Dehnübungen bewirken genau das Gegenteil: Die Muskelfasern werden auseinander gezogen, der Muskeltonus sinkt vorübergehend und damit sinkt auch die Fähigkeit, möglichst schnell Kraft zu entfalten, für Sportarten bei denen man schnell Muskelkraft aufbauen muss somit nicht geeignet.
Nach intensivem Training ist ein ausgiebiges Dehnen oftmals nicht förderlich, da die Muskulatur ähnlich stark beansprucht wird wie bei einem Krafttraining. Mit den Dehnübungen zieht man an bereits geschädigtem Muskelgewebe und beansprucht dies zusätzlich. Dehnt man sich aber regelmäßig wird der Muskeltonus gesenkt und muskulären Dysbalancen vorgebeugt. Zudem verbessert sich dadurch die Beweglichkeit und Verspannungen kann vorgebeugt werden. Ausserdem ist ein kurzes Warm-up vor jeder Sportart förderlich, da die Gelenke, Sehnen und Muskeln sich auf die bevorstehende Aktion vorbereiten können.
Falls ihr Fragen zu bestimmten Sportarten habt, unser Team steht euch gerne zur Verfügung!

Euer Point of Power Team

Bildquelle: Yamaoka  / pixelio.de

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