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Die Milch machts‘ ???

Deutsche lieben Milch wie kaum eine andere Nation. Ganze 85 Liter pro Person im Jahr. Wenn man bedenkt, dass in gewissen Regionen dieser Welt ganze 90 Prozent der Menschen keinen Milchzucker verdauen können oder diese Fähigkeit im Erwachsenenalter verlieren, stellen sich Fragen wie: Ist Milch überhaupt notwendig für eine gesunde Ernährung? Ist sie gesund? Oder sogar ungesund? Und wieviel sollte man denn überhaupt zu sich nehmen?
Kaum ein Lebensmittel verunsichert die Verbraucher so sehr wie Milch. Denn ihr sind auch schlechte Eigenschaften zuzuschreiben: Unverträglichkeit, Bauchschmerzen und Allergien.

Es ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, Rohmilch zu pasteurisieren, bevor sie in den Handel kommt. Das kurzzeitige Erhitzen tötet krankheitserregende Keime ab. Die unterschiedlichen Milchsorten mit ihren Eigenschaften sind folglich:

Frisch-Milch: kurzzeitig auf 75° C erhitzt, sieben Tage haltbar. Der Verbraucher erkennt diese Milch an der Verpackungsaufschrift „traditionell hergestellt“.

ESL-Milch: kurzzeitig auf 135° C erhitzt, 24 Tage haltbar. Das Kürzel „ESL“ steht für „extended shelf live“ (= länger haltbar im Regal). Die ESL-Milch ist gekennzeichnet durch den Aufdruck „extra lange frisch“, „für extra langen Frischegenuss“ oder „länger haltbar“.

H-Milch: auf bis zu 150° C erhitzt, 3 Monate haltbar. Außerdem lässt sich H-Milch bei Zimmertemperatur lagern. H-Milch ist das nachhaltigste Milch-Produkt, weil es nicht so schnell verdirbt.

Rohmilch: unerhitzt, zwei Tage haltbar. Es können krankheitserregende Keime darin sein, daher: nicht geeignet für Kleinkinder, Schwangere, Senioren und andere empfindliche Personen.

Diese Erhitzung schadet den Vitaminen kaum, es kann lediglich zu einem Vitaminverlust von höchstens drei Prozent kommen. Gerade Rohmilch bietet einen Schutz vor Allergien und Asthma. Laut internationaler Studien wurde belegt, dass Kinder auf dem Bauernhof, die Rohmilch trinken häufig weniger an Allergien leiden.

Aber was ist denn nun alles drin in der Milch?
Außer Ballaststoffe enthält Milch fast alles, was ein Mensch zum Überleben benötigt. Sie besteht etwa zu 87 Prozent aus Wasser und zu 4 Prozent aus Fett. Die verbliebenen 9 Prozent der sogenannten „fettfreien Trockenmasse“ bestehen aus 4,7 Prozent Laktose, 3,3 Prozent Eiweiß, 0,75 Prozent Mineralstoffen, 0,2 Prozent Zitronensäure sowie Vitaminen und Enzymen. Milch enthält auch ungesättigte Fettsäuren, und zwar über 1.000 Arten. Viele dieser Fettsäuren sind sehr gesund.

Aber neuerdings werden immer wieder Untersuchungen öffentlich, die die Milch in ein schlechteres Licht fallen lassen. Bewiesen ist zum Beispiel, dass Milch wegen ihrem Kalzium-Gehalt gut für die menschlichen Knochen ist. Im Gegenteil, Milch scheint sogar das Risiko an Osteoporose zu erkranken zu steigern. In einer Studie wurde beispielsweise gezeigt, dass der Verzehr von Milch keinen positiven Effekt auf die Knochendichte oder -stabilität hat und sogar das Risiko von Knochenbrüchen erhöhen kann. Aber warum ist das so, wenn doch so viel Kalzium in der Milch steckt?
Ein Grund, warum Milch den Knochen eher Mineralstoffe entzieht, anstatt sie ihnen zur Verfügung zu stellen, ist, dass Milch den Körper übersäuert. Ist der Körper übersäuert, braucht er Mineralstoffe, um die angefallenen Säuren zu neutralisieren. Diese Mineralstoffe entzieht er dann körpereigenen Depots wie den Knochen oder Zähnen.
Knochen brauchen zwar Kalzium aber ebenfalls Vitamin D und andere Mineral- und Vitalstoffe, damit sie stark und kräftig wachsen können.
Der Kalzium-Bedarf eines Erwachsenen liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei 1000mg täglich. 100ml Milch enthalten in etwa 120mg Calcium, doch – wie oben bereits erwähnt – steht dieses Kalzium unserem Körper nicht unbedingt auch zur Verfügung, weil Milch ein saures Produkt ist, das unseren Körper übersäuern kann und ihm damit eher Kalzium entzieht als zufügt. Daher ist es sinnvoller das nötige Kalzium über pflanzliche Quellen anstatt über tierische Milchprodukte zu sich nehmen zu wollen.

Laktoseintoleranz
Tatsächlich gibt es auch verschiedene Formen einer Überempfindlichkeit gegen Milch.
Eine Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit auf den Milchzucker, die Laktose. Es fehlt ein bestimmtes Enzym um den Milchzucker zu verdauen. Die Folgen sind Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Das kann die Lebensqualität der Betroffenen zwar massiv einschränken, ist aber nicht lebensbedrohlich.
Eine ganze Palette an laktosefreien Produkten hilft den Betroffenen, sich fast ganz normal ernähren zu können.

Fazit
Milch ist ein zwar ein empfehlenswertes Naturprodukt, doch als Hauptspender für Kalzium nicht unbedingt brauchbar. Wer Milch verträgt, der sollte Milch, insbesondere Vollmilch, trinken. Die empfohlene Tagesration besteht aus 0,5 Liter Milch. Seinen Kalziumhaushalt kann man zum Beispiel mit Grünkohl, Sesammus oder Spinat ausgleichen, die liefern zugleich auch noch viele weitere Mineral- und Nährstoffe.

Euer Point of Power Team
Bildquelle: mirco1  / pixelio.de

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